Subgruppen chronischer Schmerzpatienten charakterisiert durch psychologische Traumata, psychische Komorbidität und psychophysiologische Mechanismen und ihre spezifische Behandlung

Projektleiter: Prof Dr. Wolfgang Eich

Zusammenfassung:
Etwa jeder vierte Mensch leidet in seinem Leben unter chronischen muskoluskelettalen Schmerzen, dem häufigste Grund für chronische Langzeitschmerzen und körperliche Einschränkungen. Trotz weitreichender Kenntnisse bezüglich Inzidenz, Prävalenz, sozio-kultureller sowie psychologischer Korrelate etc. sind Behandlungsansätze chronischer Schmerzen oft unspezifisch und nur bedingt erfolgreich. Dies könnte dadurch bedingt sein, dass aufgrund einer nicht ausreichenden Kenntnis der pathophysiologischen Mechanismen und ihrer Korrelate keine Entwicklung spezifischer mechanismen-basierter Therapien möglich ist.

Subprojekt sechs (Subgroups characterized by psychological trauma, mental comorbidity, and psychobiological patterns and their specialized treatment) des Forschungsverbunds LOGIN befasst sich mit psychischer Komorbidität (Angst, Depression) chronischer Schmerzen und ihren psychophysiologischen und neurobiologischen Korrelaten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf erlebten psychologischen Traumata, da diese in Zusammenhang mit chronischen Schmerzen von besonderer Bedeutung zu sein scheinen.

Ziele des Subprojektes sechs:

  • Bestimmung von Art und Prävalenz psychischer Komorbidität in einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe chronischer Schmerzpatienten sowie einer Stichprobe aus unserer Schmerzambulanz.
  • Quantifizierung verschiedener Sinnesmodalitäten anhand der Quantitativen Sensorischen Testung (QST) und Evaluation der deszendierenden schmerzhemmenden Systeme (DNIC-Testung).
  • Messung von nerve growth factor (NGF) und Endocannabinoiden im Blut.
  • Pilotstudie zur Behandlung chronischer Schmerzpatienten mit psychologischem Trauma mit einer trauma-fokussierten EMDR Kurzzeit-Therapie.
  • Entwicklung einer mechanismen-basierten Subgruppenklassifikation chronischer Schmerzen.


Im Rahmen einer zweiten Förderperiode sollen anhand der mechanismen-basierten Subgruppenklassifikation spezifische Behandlungsansätze entwickelt werden.